Der Mendelpass zwischen Südtirol und Trentino
Der Mendelpass (Passo della Mendola) ist ein Gebirgspass in Italien. Auf 1.363 Metern markiert er den tiefsten Einschnitt im Mendelkamm. Er ist die geografische sowie kulturelle Verbindung zwischen dem Etschtal in Südtirol und dem Nonstal im Trentino.
Als natürliche Grenze zwischen Südtirol und dem Trentino bietet der Pass einen Übergang vom Etschtal hinüber ins Nonstal. Schon seit dem 19. Jahrhundert ist der „Mendel“ ein echtes Sehnsuchtsziel. Damals wie heute schätzen Besucher die kühle Sommerfrische hier oben. Ein technisches Highlight machte den Pass 1903 weltberühmt: Die Mendelbahn. Diese Standseilbahn galt lange als eine der steilsten und längsten Europas und schwebt auch heute noch in wenigen Minuten vom Tal hinauf zur Passhöhe.
Heute ist der Mendelpass ein Treffpunkt. Er liegt zwischen dem Penegal (1.737 m) im Norden und dem Roen (2.116 m), dem höchsten Gipfel des Kamms, im Süden. Du erreichst den Mendelpass das ganze Jahr über über die kurvenreiche Staatsstraße SS 42. Von Kaltern aus windet sie sich mit 15 Kehren elegant den Berg hinauf – eine Strecke, die vor allem bei Radfahrern und Motorradfahrern Kultstatus genießt. Oben angekommen, erwartet dich ein spektakulärer Panoramablick über das Etschtal, den Kalterer See und die Südtiroler Bergwelt. Der Pass ist dein Tor zu Wanderungen auf den Roen oder den Penegal. Im Winter ist hier oben ein gemütliches, kleines Skigebiet.
Mendelpass mit Wohnwagen und Wohnmobil befahrbar?
Die Passstraße ist gut ausgebaut und ist ganzjährig mit dem Auto befahrbar. Auf 15 Kehren geht es mit einer maximalen Steigung von 10 % hinauf. Du kannst den Mendelpass mit dem Wohnmobil fahren. Für Wohnwagen gilt aber ein Fahrverbot. Auch für Fahrzeuge über 9 Meter Länge oder einem Gewicht über 12 Tonnen gilt ein Fahrverbot.
Wie ist es mit der Maut am Mendelpass?
Der Mendelpass ist mautfrei. Die Fahrt über die Staatsstraße SS 42 von Kaltern in Südtirol oder aus dem Nonstal im Trentino kostet keine Maut.
Mendelpass mit dem Fahrrad
Für Radfahrer bietet der Mendelpass eine reizvolle und abwechslungsreiche Tour. Es empfiehlt sich, die Auffahrt früh am Morgen zu beginnen, um sowohl dem zunehmenden Verkehr – insbesondere Autos und Motorräder – als auch der starken Sommerhitze zu entgehen. Die Felswände entlang der Strecke reflektieren die Hitze der Sonne und erschweren die Auffahrt sehr stark. Die Hauptroute für die Auffahrt beginnt in Eppan. Diese Strecke ist mit einer Länge von 14 Kilometern zwar länger, hat dafür aber eine relativ gleichmäßige und moderate Steigung von etwa 6-7 Prozent. Alternativ kann man auch von Kaltern aus starten. Dieser Weg ist kürzer, aber deutlich steiler. Wer eine einfachere Westrampe bevorzugt, kann die Auffahrt von Fondo wählen, die mit nur 495 Höhenmetern auf 11 Kilometern sehr gut zu bewältigen ist und durchwegs neuen, gut befahrbaren Asphalt bietet.
Ein besonderes Highlight ist die Möglichkeit, den Mendelpass in eine größere Rundtour einzubinden, etwa durch eine Kombination mit den westlich gelegenen Pässen Gampenjoch oder Hofmahdjoch. Ein unbedingtes Muss ist zudem der Abstecher auf den Monte Penegal. Die zusätzlichen 400 Höhenmeter von der Passhöhe aus werden mit einem einmaligen 360-Grad-Rundumblick belohnt, der von den Dolomiten im Osten bis zum Ortler im Westen reicht.




Wanderungen am Mendelpass
Der Mendelpass ist das Tor zu den weitläufigen Wanderwegen des Mendelkamms. Von hier aus kannst Du verschiedene Touren starten, die für unterschiedliche Konditionen geeignet sind:
Zum Penegal (1.737 m)
Diese Wanderung ist ideal für alle, die eine schnelle und lohnende Tour mit einer spektakulären Aussicht suchen.
- Wegverlauf: Vom Mendelpass aus folgst du dem Weg Nr. 500, der meist flach verläuft. Nach etwa 15 Minuten zweigst du links auf den Weg Nr. 544 ab, der dich in circa 45 Minuten zum Gipfel des Penegal bringt.
- Schwierigkeitsgrad: Leicht bis mittelschwer. Die Wanderung dauert hin und zurück etwa 2 Stunden.
- Besonderheit: Vom Gipfel des Penegal genießt du einen der besten 360-Grad-Rundumblicke der Region. Du siehst das gesamte Etschtal, den Kalterer See, die Dolomiten und die Brenta-Gruppe.
Zum Roen (2.116 m)
Der Roen ist der höchste Gipfel des Mendelkamms und eine anspruchsvolle, aber lohnende Ganztagestour.
- Wegverlauf: Folge vom Mendelpass aus dem Weg Nr. 500 in Richtung Süden. Der Weg führt durch Wälder und über Almwiesen, vorbei an der Überetscher Hütte (1.775 m), die zur Rast einlädt. Von dort ist der Gipfel nicht mehr weit.
- Schwierigkeitsgrad: Anspruchsvoll. Die Wanderung dauert etwa 6 Stunden (hin und zurück) und erfordert eine gute Kondition.
- Besonderheit: Die Aussicht vom Gipfel des Roen ist unvergleichlich. Du blickst weit in die Ferne und siehst unter anderem die Ortler-Alpen und die Dolomiten.
–> Roen
Rundwanderung zur Überetscher Hütte
Diese Tour ist eine gute Wahl, wenn du eine längere Wanderung ohne Gipfelstress suchst.
- Wegverlauf: Starte am Mendelpass und folge dem Weg Nr. 500 bis zur Überetscher Hütte. Dort kannst du eine Pause einlegen und anschließend über den Weg Nr. 521 in Richtung Roen-Alm absteigen. Von dort führt der Weg Nr. 500 zurück zum Mendelpass.
- Schwierigkeitsgrad: Mittelschwer. Die Wanderung dauert etwa 4 bis 5 Stunden.
- Besonderheit: Die Wanderung führt dich durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Wäldern und Almen und bietet immer wieder herrliche Ausblicke.
Themenweg „Tregiovo“
Dieser Weg ist eine gute Alternative, um die Natur am Mendelpass auf eine andere Art zu erkunden. Er liegt auf der Trentiner Seite des Passes.
- Wegverlauf: Vom Mendelpass aus wanderst du auf dem Weg Nr. 518 in Richtung Süden. Der Weg führt dich durch ein Hochmoor.
- Schwierigkeitsgrad: Leicht. Die Wanderung dauert etwa 1,5 Stunden.
- Besonderheit: Der Weg ist ein Naturlehrpfad und gibt Einblicke in die Flora und Fauna des Hochmoors.
Die Mendelbahn: Ein historisches Wahrzeichen
Ein Highlight des Mendelpasses ist die Mendelbahn, die 1903 eröffnet wurde. Diese Standseilbahn, die als die erste elektrisch betriebene ihrer Art in der Region gilt, überwindet in nur 12 Minuten einen Höhenunterschied von über 850 Metern. Die Fahrt von St. Anton bei Kaltern zur Passhöhe ist ein Erlebnis für sich und bietet atemberaubende Ausblicke. Die Bahn hat maßgeblich zur touristischen Erschließung des Passes beigetragen und ist bis heute eine wichtige Verbindung sowie ein beliebtes Ausflugsziel.
–> Mendelbahn
Freizeit und Erholung
Neben den Wandermöglichkeiten bietet der Mendelpass auch im Winter ein kleines, familienfreundliches Skigebiet. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Restaurants, Cafés und Hotels, die für das leibliche Wohl sorgen und zum Verweilen in der idyllischen Bergwelt einladen. Ein Sessellift auf der Trentiner Seite des Passes erleichtert den Zugang zu weiteren Wanderwegen.
Weiterführende Links
- wissenswert über den Mendelkamm
- super Blick auf den Kalterer See
- so ist das mit der Maut in Österreich


